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BAI Informationsbroschüre Hedgefonds

Informationsbroschüre Hedgefonds 20 die Richtlinie schreibt ausdrücklich vor, dass ein AIFM der zuständigen Aufsichtsbehörde z.B. über die Charakteristika und Vertragsbedingungen der verwalteten AIF, deren Erfassung im Risikoma- nagement und über Vereinbarungen mit Dienstleistern bspw. im Hinblick auf die Verwahrung und Bewertung der Vermögenswerte der AIF regelmäßig berichten muss. Zusätzlich müssen AIFM darle- gen, auf welchen Märkten und mit welchen Instrumenten für die verwalteten AIF gehandelt wird – z.B. im Hinblick auf schwer liquidierbare Anlagen – und wie diesbezüglich die Liquiditätssteuerung und das Risikomanagement ausgerichtet sind. Schließlich müssen AIFM sowohl der Aufsichtsbehörde als auch den Investoren für jeden verwalteten AIF einen von einem Wirtschaftsprüfer testierten Jah- resbericht für jedes Geschäftsjahr zur Verfügung stellen. Besondere Offenlegungs- und Berichtspflichten gibt es darüber hinaus für AIF mit einer hohen Fremd- finanzierung (Leverage), also zum Teil Strategien aus dem Bereich Hedgefonds, und für AIF, die be- herrschende Anteile an Gesellschaften erwerben und somit eher dem Geschäftsmodell Private Equity zuzurechnen sind. Im Ergebnis begründet die Richtlinie also auch eine – mittelbare – aufsichtsrechtli- che Erfassung der AIF, vermeidet aber die mit einer expliziten Fondsgenehmigung verbunden Kosten und den damit verbundenen zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Mit der Zulassung als AIFM ist unter der Richtlinie das Recht verbunden, AIFs nicht nur im Sitzstaat, sondern innerhalb der gesamten EU zum einen zu verwalten, zum anderen an professionelle Anleger im Sinne der MiFID-Richtlinie zu vertreiben. Dies gilt allerdings ausschließlich für den Vertrieb an diese Investorengruppe. Voraussetzung hierfür ist lediglich die Notifizierung im Sitzstaat. Der Ver- trieb von AIF an Retail-Anleger ist vom Anwendungsbereich der Richtlinie nicht erfasst. Hier steht es im Ermessen der Mitgliedstaaten festzulegen, ob und unter welchen Bedingungen dieser zugelassen werden soll. Der Vertrieb von AIF an Kleinanleger kann nach den Regelungen der AIFM-Richtlinie erfolgen, ist aber nicht zwingend. Die Richtlinie sieht insbesondere auch nicht vor, dass ein Retail- Vertrieb den Regelungen der OGAW-Richtlinie entsprechen muss. Die jeweiligen nationalen Rege- lungen können also im Ergebnis deutlich divergieren und es dürfte im Retail-Bereich auf absehbare Zeit keine Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes geben, nachdem auch die Novellierung der OGAW-Richtlinie alternative Anlageformen wie Hedgefonds nicht zum Gegenstand hat. Es kommt also zu einem Nebeneinander von AIFM-Richtlinie und nationaler Gesetzgebung für Publi- kumsfonds, die sich in vielen Fällen an die OGAW-Richtlinie anlehnen dürfte. Dies ist in Deutschland das Investmentgesetz. Im Falle, dass ein AIF gleichzeitig an professionelle Anleger und Kleinanleger vertrieben wird, wäre nach jetzigem Verständnis des Entwurfes für den Verwalter eine doppelte Zulas- sung – sowohl nach AIFM-Richtlinie, als auch nach dem Investmentgesetz – erforderlich, welche im Ergebnis mit bürokratischen Aufwand und zusätzlichen (Compliance-)Kosten verbunden ist. Der Mehrwert dieser doppelten Regulierung – insbesondere im Hinblick auf Investorenschutz – ist fraglich und die zusätzlichen Kosten werden unzweifelhaft die Anleger treffen. Auch ausländische AIF bzw. deren Manager können unter bestimmten Bedingungen von dem in der Richtlinie vorgesehenen EU-Pass profitieren. Für EU-Manager, die Drittstaaten-Fonds verwalten und in der EU zu vertreiben beabsichtigen, stellt die Richtlinie sehr hohe Anforderungen: verlangt wird insbesondere das Bestehen eines Abkommens mit dem Drittstaat, welches einen wirksamen Informati- onsaustausch in Steuerangelegenheiten und eine äquivalente Beaufsichtigung gewährleistet. Gleiches gilt für Drittstaaten-Manager, die ihre Fonds innerhalb der EU vertreiben wollen. Für viele ausländi- sche AIFM bzw. AIF dürfte es sehr schwierig sein, diese Anforderungen zu erfüllen, so dass sich für diese der Marktzutritt in die EU weiter erschweren dürfte. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die Auslagerung an in Drittstaaten ansässige Unternehmen ebenfalls an sehr hohe Anforderungen ge-

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