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BAI Informationsbroschüre Hedgefonds

Informationsbroschüre Hedgefonds 19 Seit Juli 2011 gibt es in Europa einen einheitlichen Regulierungsrahmen für alternative Investment- fonds. Mit der Richtlinie über die Verwalter von alternativen Investmentfonds (AIFM-Richtlinie) kommt die Europäische Union (EU) nicht nur den seinerzeit im Rasmussen- und Lehne-Bericht geäu- ßerten Aufforderungen des Europaparlaments zur Regulierung von Hedgefonds und Private Equity bzw. den Regulierungsbestrebungen der G-20 Gruppe im Hinblick auf systemrelevante Marktteilneh- mer – einschließlich Hedgefonds – nach. Europaparlament und EU-Rat gehen darüber hinaus und haben eine Regulierung aller Arten von alternativen Investmentfonds, nicht nur von Hedgefonds und Private Equity, beschlossen. Im Ergebnis stellt die AIFM-Richtlinie somit ein Sammelbecken für kol- lektive Anlagemodelle dar. Vom Anwendungsbereich der Richtlinie erfasst sind zunächst alle in der EU ansässigen Verwalter von alternativen Investmentfonds und zwar unabhängig davon,  ob auch der verwaltete AIF seinen Sitz in der EU oder in einem Drittstaat hat,  ob der AIFM seine Dienste direkt erbringt oder auf einen Dritten übertragen hat,  ob es sich bei dem AIF um einen offenen oder geschlossenen Fonds handelt und  welche rechtliche Struktur AIF und AIFM haben. Beachtenswert ist der Umstand, dass das Fondsdomizil keine Rolle spielt und in der EU ansässige Manager auch dann erfasst werden, wenn sich die von ihnen verwalteten AIF nicht in der EU befin- den. Der Anwendungsbereich der Richtlinie ist jedoch nicht nur in geographischer Hinsicht sehr weitge- hend, sondern auch im Hinblick auf die Arten der verwalteten alternativen Investmentfonds, die erfasst werden. Für die Zwecke der Richtlinie gelten nicht nur Hedgefonds und Private Equity Fonds als al- ternative Investmentfonds, sondern auch sonstige Fondsgattungen. Dazu zählen z.B. Immobilienfonds, Infrastrukturfonds, Waren- bzw. Rohstofffonds und Spezialfonds. Nach der einschlägigen (Negativ-) Definition der Richtlinie sind AIF alle Fondstypen, soweit diese nicht der europäischen Fonds- Richtlinie, der so genannten OGAW-Richtlinie, unterfallen. Sinn und Zweck dieser Negativ- Definition ist es, die vielfältigen Probleme einer Positiv-Definition beispielsweise von Hedgefonds und Private Equity und den daraus resultierenden Abgrenzungsschwierigkeiten bzw. Umgehungsmög- lichkeiten zu vermeiden. So hatte die internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden IOSCO bereits im Jahre 2003 festgestellt, dass eine Definition von Hedgefonds, die sich auch für auf- sichtsrechtliche Zwecke eignet, nahezu unmöglich ist. Die Hauptregelungsbereiche der AIFM- Richtlinie sind:  die Zulassung von in der EU ansässigen Verwalter/Manager (AIFM) und die Beaufsichtigung ihrer Management- und Administrationstätigkeiten für AIF,  die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Verwahrung und Bewertung der Vermögensgegen- stände, die ein AIF erwirbt,  Transparenzanforderungen an AIFM gegenüber Aufsichtsbehörden und Investoren,  der (grenzüberschreitende) Vertrieb von AIF. Neben der Regulierung der Manager werden von der AIFM-Richtlinie mittelbar auch die von diesen verwalteten AIF für aufsichtsrechtliche Zwecke erfasst. Ein Zulassungsverfahren sieht die Richtlinie zwar nur für Manager vor, diese müssen unter anderem über eine entsprechende fachliche Qualifikati- on, ausreichende Eigenmittel, adäquate organisatorische Vorkehrungen zu Risikomanagement und zur Vermeidung von Interessenkonflikten verfügen und gewisse Wohlverhaltensregeln erfüllen. Im Rah- men der laufenden Aufsicht über die Manager werden zugleich aber auch die AIF selbst erfasst. Denn

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